Beispiel einer Flachgründung mit Bodenaustausch und Bodenverbesserung statt Pfahlgründung

Im Bereich des Industriestandortes Artern sollte eine metallverarbeitende Werkhalle mit hohen Flächenlasten für hoch setzungsempfindliche Maschinen gebaut werden. Nach umfangreichen Untersuchungen des Baugrundes durch Bohrungen bis 80 m, Drucksonden bis 30 m und leichten Rammsonden bis 12 m Tiefe sowie umfangreicher bodenphysikalischer und bodenmechanischer Laboruntersuchungen kamen verschiedene Baugrundinstitute zu dem Ergebnis, dass die Lasten der Werkanlage nur über sehr tief zu führende Bohrpfähle mit einem starren Zerrbalkensystem in den tieferen Baugrund eingeleitet werden müssen, um Schäden durch unzulässig starke Setzungen und unzulässige Setzungsdifferenzen an den Maschinen und am Bauwerk ausschließen zu können.

Das Erdbaulabor Dr. F. Krause wurde vom Investor beauftragt, auf der Basis der vorhandenen Baugrunduntersuchungen eine wesentlich wirtschaftlichere aber auch sichere Gründungsvariante auszuarbeiten.Dem Bauherrn wurde empfohlen, die obersten ca. 2 - 3 m mächtigen Lösslehmablagerungen auszuheben und mit einem Zement-Kalkhydrat (Dorosol) zu verbessern und nach vorangegangener Verbesserung des Aushubplanums in einer Stärke von ca. 0,5 m den verbesserten Aushubboden lagenweise wieder einzubauen und zu verdichten.

Statt der Pfahlgründung wurde die Gründung des Bauwerkes auf dem vorgenannten Bodenaustauschpolster mit der unterlagernden in situ vorgenommenen Bodenverbesserung (Geschiebelehm) zur Reduzierung der Setzungen und Setzungsdifferenzen bis zu vernachlässigenden Werten empfohlen und ausgeführt.
Voraussetzung für die vorgeschlagene Gründungsempfehlung war die vom Erdbaulabor Dr. F. Krause erkannte richtige Einschätzung des Setzungsverhaltens der geologisch sehr jungen setzungsempfindlichen Sedimente (Lösslehm) und der älteren vorbelasteten, sehr homogenen Grundmoränenablagerungen unter dem Lösslehm.

Bei dem Projekt Artern wurde, wie bei zahlreichen Projekten des Erdbaulabors Dr. F. Krause zuvor, deutlich, dass ein ingenieurmäßig erfasster Baugrund mit seinen Kennwerten stets einer geologischen Interpretation bedarf, um optimale Bewertungen des Baugrundes und damit optimale wirtschaftliche Gründungen für schadensfrei zu erstellende Bauwerke vorschlagen zu können. Dafür stehen in beiden Fachgebieten geschulte Geotechniker im Erdbaulabor Dr. F. Krause zur Verfügung.